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Die Schlacht um Ehrenberg


In Reutte/ Tirol




Freitag, 23. Juli 2004, Mali-Halle, die Stimmung hält.

09.00 Uhr. Ein illustres Grüppchen steht auf dem Parkplatz der Mali-Turnhalle und obwohl in geringer Anzahl, weiß ein jeder, das können nur die Fahnenschwinger sein, die sich zu einer lustigen Veranstaltung aufmachen.
Dass die Gruppenstärke noch etwas zu Wünschen übrig ließ mochte wohl daran gelegen haben, dass einige nicht auf das arbeitende Volk warten konnten, sich auf das " Größte historische Event seiner Art Europas" zu begeben.

Nach zweistündiger Busfahrt in Reutte/Tirol angekommen, wurde zunächst standesgemäß das Nachtlager in der örtlichen Turnhalle bezogen. Von dort aus ging es per Shuttle-Bus zum etwas außerhalb liegenden Veranstaltungsgelände. Schon gleich nachdem man das Gelände durch ein Palisadentor betreten hatte, reihten sich rechts und links der Straße eindrucksvoll diverse Römerlager, Keltenbehausungen und die ersten mittelalterlichen Verkaufsstände aneinander. Spätestens beim Anblick der römischen Legionäre wurde einem bewusst, dass man wohl mehr erwarten durfte als "nur Ritterspiele".
Die Veranstalter versuchten, an die geschichtliche Bedeutung der Burg Ehrenberg von der Kelten- und Römerzeit bis hin zum Barock zu erinnern.

Trotz anfänglicher Organisatorischer Schwierigkeiten der Veranstalter und einem längerem Aufenthalt im Wald begann dann doch die so genannte Kaiser- Parade und somit für uns 9 Fahnenschwinger, verstärkt durch Schützendirektor Rainer Etzinger und zwei Gästen aus Telawi die als Fahnenträger mitwirkten das Fest (Party, Party, Party...). Auch in Einser- Reihe, knapper Besetzung und aus Platzgründen eingeschränktem Programm, kam unser "Tun" sehr gut an oder wie man dort zu sagen pflegte: Wir bekamen großes "Händegeklapper".

Alsdann ließ man sich auch in geselliger Runde inmitten des Marktgeschehens den schäumenden Gerstensaft schmecken. Direkt aus dem Fass in den Humpen, leider auf dem Umweg durch einen Plastikbecher. Von der Tränke aus hatten wir auch eine gute Sicht auf die Band "Galgenvögel und Schabernac", die historisch klingende, aber fetzige Musik spielte. Diese wurde durch uns natürlich ebenfalls durch rhythmisches Händegeklapper begleitet.


Samstag, 24. Juli, Mc Donald´s, das Frühstück schmeckt.

Von der Terrasse des einschlägig bekannten Fastfood Ladens konnten wir das Eintreffen zweier Busse aus Biberach mit über hundert Mann Verstärkung bejubeln. Neben den restlichen Fahnenschwingern gedachten auch die Schaukler, pardon Gaukler und fast 80 Musikanten der "Kleinen Schützenmusik" in Reutte ihr Stelldichein zu geben. Nachdem auch diese ihre Herberge bezogen hatten, machte man sich auf, nun mit geballter Kraft das mittelalterliche Festgelände heimzusuchen.
Das miserable Wetter konnte der guten Stimmung nichts anhaben und so stimmte die Schützenmusik im Essenszelt zum ersten gemeinsamen Rund um mich her an, nachdem bereits ein Grüppchen der Fahnenschwinger ihre Stimmen in rhythmischem Sprechgesang und Gesangscontests erprobt hatten.
Nachdem an diesem Tag sämtliche Aktivitäten im Freien dem Wettergott zum Opfer fielen (was die Grauröcke nicht daran hinderte enge Bekanntschaft mit dem hiesigen Schankwirt zu machen) stand nur noch der abendliche Auftritt im so genannten "Historical" an. Was eine kleine Ruine mit ca. 500 Plätzen und unbeschreiblichen Flair ist. (Anbau der Grenzfestung Klause (* um 1317) die als Zollstätte genutzt wurde).Im Anschluss an die multimediale Zeitreise konnten wir noch die Fahnenschwinger aus Corinaldo begutachten die einen sehr interessanten Auftritt boten. Dann war die Zeit für uns gekommen, dank mehr Platz mit anderer Formation und in dem Gemäuer mit laut hallenden Trommlern, die noch einen Marsch nachlegten, das großes Händegeklapper folgen ließ. Nachdem die Gaukler noch ihr können unter Beweis stellten gab es noch ein Rund um mich her und ein flottes Ständchen der Schützenmusik das nach viel Schaukelei in einer tanzenden Polonäse endete.


Sonntag, 25. Juli, Mc Donald`s, der Mc Drive ist leer

Nachdem jeder irgendwie, irgendwo und irgendwann zu seiner Frühstücksspeise gekommen war, trotz des Plötzlich auftauchenden Heeres der Schützenmusik, die den Laden überrannten, fuhren wir wieder in das kleine Lager am Rande der Stadt.
Heute ging man das ganze ruhiger an. Wahrend des Schlürfens des kühlen Trankes konnte man die Narretei auf der Bühne, die tanzenden Zirkustauben, Jongleure, merkwürdige Gestalten etc. beobachten. Zum Mittagessen gab es diesmal sogar Mineralwasser und wir mussten nicht das seltsame Gebräu von Preiselbeer- und Quittensprudel Trinken.
Nachdem wir 45 min in glühender Hitze auf den Kaiser warteten und die Zuschauer auch schon ungeduldig wurden starteten wir den Umzug einfach ohne ihn. War aber eine sehr windige Angelegenheit in dieser Talschneise, weshalb es uns nicht übelgenommen wurde, wenn sich mal eine Fahne in die Menge oder sogar ins Römerlager verirrte.
So ging ein langes, gaudireiches, feucht fröhliches Wochenendfestival langsam zu E-N-D-E.

Und die Moral von der Geschicht` Ehrenberger Ritterspiele 2005 sind Pflicht